Virtuelles Wasser

adminZuletzt aktualisiert: 09.06.2026
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Virtuelles Wasser ist das Wasser, das in einem Produkt „steckt", ohne dass man es sieht — die gesamte Menge, die über die ganze Herstellungskette hinweg nötig war, vom Anbau bis zum fertigen Produkt.

Das Tassen-Beispiel

In einer Tasse Kaffee stecken rund 130 Liter virtuelles Wasser — fast alles davon im Anbau der Kaffeebohne, kaum etwas im Aufbrühen. Die Tasse fasst 0,125 Liter; das Wasser dahinter wiegt das Tausendfache. Genau das macht der Begriff sichtbar: Der Verbrauch passiert lange vor dem Produkt, oft in einer ganz anderen Weltregion.

Warum eine große Zahl nicht automatisch schlimm ist

Bei Agrarprodukten besteht virtuelles Wasser überwiegend aus → Grünwasser, also Regen. Mehrere tausend Liter klingen viel, konkurrieren aber oft nicht mit Trinkwasser oder Industrie. Schwer wiegt vor allem der Anteil aus Regionen mit → Wasserstress. Deshalb trennt green-test die Wasserarten und gewichtet nach Knappheit, statt eine einzige große Literzahl in den Raum zu stellen.

Herkunft des Begriffs

Geprägt wurde der Begriff vom Geographen John Anthony Allan, der dafür 2008 den Stockholm Water Prize erhielt. Eng verwandt ist der Wasserfußabdruck nach dem Water Footprint Network.

Kurz: Virtuelles Wasser = das gesamte „versteckte" Wasser hinter einem Produkt. Wie schwer es wiegt, hängt von der Art (grün/blau/grau) und der Region (→ Wasserstress) ab — nicht von der bloßen Literzahl.

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