Luft-Luft vs. Luft-Wasser: Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe

adminZuletzt aktualisiert: 10.06.2026
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„Wärmepumpe" klingt nach einem Gerät — gemeint sind aber zwei sehr unterschiedliche Systeme. Beide holen Wärme aus der Außenluft. Der Unterschied ist, womit die Wärme im Haus verteilt wird: über Wasser oder direkt über Luft.

Luft-Wasser: ersetzt die Heizung

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe überträgt die Wärme an einen Wasserkreislauf. Sie tritt an die Stelle des Heizkessels: Das warme Wasser fließt durch die vorhandenen Heizkörper oder die Fußbodenheizung, und über einen Speicher erwärmt sie auch das Trinkwarmwasser fürs Duschen. Dafür braucht sie Hydraulik — Pufferspeicher, Umwälzpumpen, Anbindung an den Heizungsraum. Ein System für alles, mit entsprechendem Installationsaufwand.

Luft-Luft: heizt die Räume direkt

Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch ein Split-Klimagerät im Heizbetrieb: eine Außeneinheit, ein oder mehrere Innengeräte in den Räumen, dazwischen nur dünne Kältemittelleitungen. Einen Wasserkreislauf gibt es nicht — die Innengeräte blasen die warme Luft direkt in den Raum. Weltweit ist das die mit Abstand meistverbaute Wärmepumpen-Bauart, und auch in Deutschland wächst sie stark.

Luft-Wasser Luft-Luft
Wärmeverteilung Heizkörper / Fußbodenheizung (Wasser) Innengeräte blasen warme Luft
Trinkwarmwasser ja, über Speicher nein — braucht eine separate Lösung
Kühlen im Sommer nur eingeschränkt (Flächenheizung) ja, dasselbe Gerät
Nutzt vorhandene Heizkörper ja nein, läuft parallel dazu
Installation Heizungsraum-Umbau, Hydraulik Wanddurchführung, Kältemittelleitungen (Kälteschein)
Typischer Einsatz vollwertiger Heizungsersatz gut gedämmte Häuser, raumweises Heizen, Ergänzung, Ferienhäuser

Der fairere Vergleich: die Direktstromheizung

Wer die Luft-Luft-Wärmepumpe einordnen will, sollte sie nicht zuerst gegen die Luft-Wasser-Anlage halten — die leistet mehr (Warmwasser!) und ist ein anderes System. Der physikalisch faire Vergleich ist die Direktstromheizung: Heizlüfter, Infrarotpaneel oder Nachtspeicherofen. Beide machen dasselbe — warme Raumluft aus Strom — nur mit radikal anderem Wirkungsgrad:

  • Ein Heizlüfter macht aus 1 kWh Strom genau 1 kWh Wärme (Jahresarbeitszahl 1,0).
  • Eine Luft-Luft-Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom rund 3–4 kWh Wärme (JAZ ~3,5), weil sie den Großteil der Wärme aus der Außenluft „pumpt" statt ihn elektrisch zu erzeugen.

Für dieselbe warme Stube braucht die Wärmepumpe also nur etwa ein Drittel bis ein Viertel des Stroms — das ist der ganze Trick, und der Grund, warum „mit der Klimaanlage heizen" effizient ist.

Warum das auf green-test wichtig ist

Vergleiche funktionieren nur mit gleicher funktioneller Einheit (siehe Methodik). Die Luft-Luft-Wärmepumpe liefert nur Raumwärme — ihr Profil rechnet deshalb mit 12.000 kWh Raumwärme/a, das Luft-Wasser-Profil dagegen mit 18.000 kWh inklusive Warmwasser. Je Anlage sind die Zahlen darum nicht direkt vergleichbar — je kWh Wärme schon: Beide liegen mit Strommix 2024 bei rund 130 g CO₂e und damit etwa Faktor 2 unter der Gas-Brennwertheizung. Eine Direktstromheizung läge je kWh Wärme beim vollen Strommix-Wert (~420 g) — also rund Faktor 3 über beiden Wärmepumpen.

Kurz: Luft-Wasser ersetzt die Heizung (inkl. Warmwasser, über den Wasserkreislauf), Luft-Luft ergänzt oder ersetzt sie raumweise (heizt und kühlt, kein Warmwasser). Der physikalisch faire Gegenspieler der Luft-Luft-Wärmepumpe ist nicht die Luft-Wasser-Anlage, sondern der Heizlüfter — den schlägt sie um Faktor 3–4.

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