ISO 14067 — Produkt-CO₂-Fußabdruck
Während ISO 14040/14044 die allgemeine Ökobilanz regeln, geht ISO 14067 ins Detail für eine einzige Frage: Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck eines konkreten Produkts? Sie ist die Norm hinter der CO₂e-Zahl, die green-test bei jedem Produkt anzeigt.
Was die Norm regelt
ISO 14067 (Treibhausgase — Carbon Footprint of Products) baut direkt auf 14040/14044 auf und konkretisiert sie für ein einzelnes Produkt. Sie legt fest:
- Welche Treibhausgase einzurechnen sind — nicht nur CO₂, sondern alle relevanten Gase, umgerechnet in → CO₂e.
- Welche Lebenswegabschnitte betrachtet werden — von „Cradle to Gate" (Wiege bis Werkstor) bis „Cradle to Grave" (Wiege bis Grab, inkl. Nutzung und Entsorgung).
- Wie mit biogenem Kohlenstoff umzugehen ist — also CO₂, das z. B. eine Pflanze während des Wachstums aufgenommen hat.
- Wie Gutschriften und Recycling verrechnet werden dürfen.
Cradle-to-Gate vs. Cradle-to-Grave
Ein zentraler Punkt, der bei Produktvergleichen oft für Verwirrung sorgt:
| Systemgrenze | Was zählt | Typische Nutzung |
|---|---|---|
| Cradle-to-Gate | Rohstoff bis Werkstor | Vorprodukte, Zulieferteile |
| Cradle-to-Grave | Rohstoff bis Entsorgung | Endprodukte, faire Vergleiche |
green-test bilanziert, wo immer möglich, über den vollen Lebensweg (P0–P5, cradle to grave), damit Produkte ehrlich vergleichbar sind — nicht nur bis zum Werkstor.
Verhältnis zu den anderen Normen
- ISO 14040/14044 liefert den methodischen Rahmen (die vier Phasen).
- ISO 14067 spezialisiert ihn auf den CO₂-Fußabdruck eines Produkts.
- Verwandt: das GHG Protocol Product Standard und PAS 2050 regeln dasselbe Thema mit leicht anderen Schwerpunkten — die Ergebnisse sind weitgehend kompatibel.
Kurz: ISO 14067 ist die Norm für den Produkt-CO₂-Fußabdruck. Sie sagt, welche Treibhausgase, welche Lebenswegabschnitte und welche Systemgrenze in eine CO₂e-Zahl gehören — und macht damit aus „irgendeiner CO₂-Zahl" eine vergleichbare.

